Gefühle als Therapiekompass

Affekt- & Beziehungsfokussierte Therapien

"If you dont feel, it is not a feeling", sagen führende Emotionsforscher (wie Mark Solms, Lisa Feldman Barrett, Joseph LeDoux oder Leslie Greenberg). Gefühle (Emotionen) sind bewusste und subjektive Erfahrungen. Sie sind jedoch störanfällig, da sie fortlaufend durch Beziehungs- und Lernerfahrungen verändert, verzerrt, gehemmt, fehlreguliert oder unbewusst abgewehrt werden können. 

Affekte (wie Freude- oder Wutimpulse, Furcht- oder Trauerreaktionen) sind hingegen angeborene Überlebensprogramme, daher nicht veränderlich. Sie sind die Basis aller Gefühle und Quelle unseres bewussten Seins (Solms). Wenn ein Mensch den hilfreichen Zugang zu seinen affektiven Kräften verliert oder nie ausreichend entwickelt, kann er mit der Zeit erkranken und psychische, manchmal auch körperliche Störungen entwickeln. Affektregulationsstörungen liegen daher vielen psychischen Beschwerden zugrunde. Die Art, wie ein Mensch gewohnt ist, seine Affekte auszublenden, zu hemmen oder zu dysregulieren ist daher zentraler Therapiekompass. 

In einer vertrauensvollen Therapieallianz werden einst angstvoll erlernte, unbewusste (weil automatisierte) und hemmende Denk- Fühl- und Verhaltensmuster Schritt für Schritt bewusst gemacht und verändert. Dabei können intensive affektive Durchbrüche entstehen, die helfen, unterdrückte Bedürfniskonflikte und schmerzliche Wahrheiten bewusst, kraftvoll und versöhnlich zu durchleben, was emotional tiefgreifende psychische Veränderungen ermöglicht.

Ein neuer Paradigmenwechsel Psychotherapie 4.0 konzentriert sich inzwischen auf schulenübergreifend gültige Wirkfaktoren und Prozessalgorithmen, bei denen die individuelle Art der Affektregulation im direkten Kontakt, von Moment zu Moment und im Hier und Jetzt der Therapiesituation der entscheidende Kompass für eine individuell passende Methodenwahl ist. Eine präzise, wissenschaftlich fundierte und transparente Zusammenarbeit wird durch Videoanalysen möglich. Ergänzende Gruppenangebote sowie digitale und KI-gestützte Anwendungen können die Umsetzbarkeit und Effizienz psychotherapeutischer Angebote zusätzlich deutlich verbessern.

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