Gefühle als Therapiekompass

Affekt- & Beziehungsfokussierte Therapien

Gefühle sind der zentrale Kompass einer wirksamen Psychotherapie.  Bevor ein bewusstes Gefühl erlebt werden kann, hat es bereits drei Ebenen passiert: Nature (verkörperte Affektebene), Nurture (kognitiv-emotionale Schemata, Skripte) und Narrative (Abwehr/Verhalten als verbale und nonverbare Kommunikation).

Psychotherapeut:innen legen ihren Fokus daher auf die Art und Weise, wie Patient:innen mit ihren Gefühlen umgehen.  Patient:innen "verraten" - überwiegend unbewusst- durch die Art ihrer (v.a. nonverbalen) Kommunikation, wie sie in der direkten Begegnung  gewohnt sind, eigene Affekte zu hemmen oder zu dysregulieren. Diese impliziten, angstbasierten Verhaltensmuster (Abwehren) weisen den Weg zu Bedürfniskonflikten und schmerzlichen Wahrheiten. Die Therapieallianz (v.a. konkrete Übertragungsphänomene) wird dabei als korrektiver Lern- und Erfahrungsraum genutzt. Gleichwertig, transparent und direkt. Selbst- und fremdschädigende Verhaltensmuster können bei präziser, auch videobasierter Zusammenarbeit zügig so verändert werden, dass ein individuell zufriedenstellendes und symptomfreies Leben möglich wird.

Eine 4. Phase der Psychotherapieoptimierung beschäftigt sich dabei nicht mehr mit der Begründung immer wieder neuer Ansätze unter dem Dach einer bestimmten Schule, sondern integriert systematisch schulenübergreifende Befunde in einen allgemein gültigen Prozessalgorithmus, der sich auf die individuelle Art der Affektregulation konzentriert.

Der programmatische Titel "Psychotherapie 4.0" zielt neben einer patientenzentrierten Methodenintegration auf einen systematischen Gebrauch videobasierter (und damit transparenter) Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und  vor allem auch den Patient:innen selbst. Digitale Angebote und KI-Anwendungen helfen darüber hinaus, Therapien und Therapeut:innentrainings kostenschonend zu optimieren.

Unter dem Dach der  Experiential Dynamic Therapies haben sich Kolleg:innen unterschiedlicher Therapieschulen zusammengeschlossen, um den Grundalgorithmus der Intensive Short-term Dynamic Therapy (IS-TDP), ab den 60er Jahren von Habib Davanloo entwickelt, für rasch, tiefgreifend und anhaltend wirksame Therapien zu nutzen.

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