Forschungsbefunde & Literatur
Mehr als 200 Wirksamkeitsstudien,
mehr als 1000 Einzelfallanalysen
Davon zeigen 113 randomisiert kontrollierte Studien Therapieerfolge, die über Symptomremission hinaus auch umfassende Veränderungen auf Ebene der Persönlichkeitsstruktur nachweisen (Multidimensionale Strukturveränderungen)
Mehr als 1000 videografierte Moment-by-Moment- Einzelfallanalysen sind eine ungewöhnlich hohe und beeindruckende Zahl für diese Art aufwändige psychotherapeutische Prozessforschung.
Follow up Studien zeigen: Therapieerfolge können über 10 Jahre nach Therapieabschluss noch nachgewiesen werden, wie in einer aktuellen Studie von Kees Cornelissen.
36 Studien belegen Erfolge bei Angststörungen,
20 Studien bei Depressionen,
11 Studien für Persönlichkeitsstörungen, auch für schwere Ausprägungen, die üblicherweise als "high resistant" (behandlungsresistent) gelten,
31 Studien widmen sich dem Kosten-Nutzen- Effekt,
63 Studien konzentrieren sich auf somatische Störungen und
mehrere Studien auf Suchterkrankungen.

Abbass, A. (2026). Forschungsüberblick unter: http://reachingthroughresistance.com/publications/
Cornelissen, K. (2025). Long-term follow-up of Residential Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy in Personality Disorders (R-ISTDP). American Journal of Psychotherapy.
Davanloo, H. (1995). The Key to the Unconscious: Intensive Brief Psychodynamic Therapy.
Fosha, D. (2000). The transforming power of affect: A model for accelerated change. New York, NY, US: Basic Books.
Frederickson, J. (2013). Co-Creating Change. Seven Leaves.
Gottwik, G., Orbes, I., (2020). Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo. Psychotherapie: Praxis. 2. Aufl. 2020.
Hickey, C. (2017). Understanding Davanloo's Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy: A Guide for Clinicians. Taylor & Francis.
Lane, R.D. (2020). The Affective Origin and Treatment of Recurrent Maladaptive Patterns. In: Neuroscience of Enduring Change. Edited by: Richard D. Lane and Lynn Nadel, Oxford University Press.
Liliengren, P. et al. (2025). The Efficacy of Experiential Dynamic Therapies: A 10-Year Systematic Review and Meta-Analysis Update. Clinical Psychology & Psychotherapy, Volume32, Issue3
Meissner, J. (2026, in press). Intensive Affekt- und Beziehungsfokussierte Therapie. Ein integrativer, multimedialer Praxisleitfaden.
Meissner, J. (2025). (Hrsg.) „Gefühle als Therapiekompass“. In: Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, Band 1, 2025 (ISTDP, ACT & EFT im Vergleich, in Zusammenarbeit mit Frank Jacobi)
Meissner, J. & Jacobi, F. (2024). Towards a Cross-School Treatment Heuristic: Part 1: Feelings as a Central Therapy Compass with their Affects (Nature), Emotions (Nurture) and Expressions (Narratives), International Journal of Psychotherapy,Winter 2024, Vol. 28, No. 3, pp. 41-54.
Pascual-Leone, A. & Greenberg, L.S. (2007). Emotional processing in experiential therapy: Why "the only way out is through". Journal of Consulting and Clinical Psychology, 75, 875-887.
Schmitt, A. (2024). Davanloo´s psychotherapeutic Techniques. Fusion & Defusion.
ten Have-de Labije, J. & Neborsky, R. (2012). Mastering Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy: Roadmap to the Unconscious.
Wissenschaftliche Fundierung
"Anders als andere Modelle, die auf langsame Veränderungen über die Zeit setzen, arbeiten Affektzentrierte Veränderungsmodelle mit schnellen Transformationen. Beides kann anhaltende Veränderungen bewirken. Aber wenn die Affekte als Arbeitsmedium gewählt werden, können affektive Ladungen zu schnellen, anhaltende Veränderungen führen." (Diana Fosha, 2000).
"Affektloses Erinnern ist fast immer wirkungslos." (Sigmund Freud, 1895)
"I am convinced that an important stage will have been reached when the physiological and the psychological, the objective and the subjective, are actually united." (Ivan Pavlov, 1900)
"The sudden and explosive ways of love, guilt, fear, remorse or anger...seldom leave things as they found them" (William James, 1902)
"Psychotherapie wirkt, wenn sie wirkt, darüber, dass sie das Gehirn verändert. Wenn sie das Gehirn nicht verändert, ist sie auch nicht wirksam." (Klaus Grawe, 2004)
"Letztlich ist das Ziel jeder wirksamen Therapie eine hilfreiche Affektregulation zu bewirken" (Mark Solms, Begründer der Neuropsychoanalyse, pers. Bemerkung).
Therapieschulen übergreifend wurde der zentrale Stellenwert affektiver Verarbeitung für effektive und anhaltende Lernprozesse von den jeweiligen Gründervätern entdeckt. Wirksame Psychotherapien konzentrieren sich auf Bedürfnisse zwischen Bindung und Autonomie und damit auf Affektsysteme, die unmittelbare Sprache der Bedürfnisse und damit der Kern unseres Menschseins. Daher sind affektgeleitete Interventionen für einen anhaltenden Therapieerfolg unerlässlich.
Nicht nur bekannte Psychotherapieforscher der jüngeren Geschichte, sondern bereits Freud hat sich für eine neurowissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie eingesetzt und bereits vorausgesehen, dass es gilt "materielle Teilchen, die Neuronen, zu nehmen" (1895) und "strangulierte Affekte" zu befreien, sonst bleiben Therapien wirkungslos.
Ohne Gefühle wäre menschliches Lernen unmöglich. Ohne affektbasierte korrigierende Erfahrungen ist keine Lösung von psychischen Problemen machbar, die sowohl kortikale, wie subkortikale, links- wie rechthemisphärische Netzwerke verändert und synchronisiert. Zentrale Wirkfaktoren sind, wenn sie sich entfalten, notwendigerweise von Gefühlen durchdrungen: eine Halt gebende, produktiv erlebte Therapieallianz, Hoffnung, Ressourcenaktivierung, emotionale Einsicht, wirkungsvolle Problembewältigungen und korrigierende Beziehungserfahrungen (bspw. Alexander, Frank, Wampold, Grawe).
Prozessalgorithmen, wie die EDT-Therapien, bündeln Therapieschulen übergreifende Befunde in einem theoretisch einfachen, wie genialen Modell. Sie gehen alle auf den Begründer Habib Davanloo und sein Lebenswerk zurück, eine etwa 60 Jahre immer präziser -vor allem videobasiert mit den Behandelten selbst- entwickelte Schrittabfolge, die transdiagnostisch anhaltende Therapieerfolge bewirken kann.
"Freud discovered the unconscious- Davanloo, how to work with it" (David Malan, 1980)
Wir begegnen unserem wahren Selbst im authentisch mitfühlenden Anderen: Präsente Therapeut:Innen sind nicht nur ehrlich empathisch zugewandt, sie sind auch darüber im Klaren, dass sie mit ihren Patient:innen auf Affektebene mehr gleich als verschieden sind. Sie begleiten gleichwertig und transparent einen Teil des Lebensweges und vermögen eine dosierte emotionale Bindung ohne Abhängigkeit und Autonomie ohne therapeutische Omnipotenz herzustellen.