
Gefühle als Therapiekompass
Affekt- & Beziehungsfokussierte Therapien
"We are all broken- thats how the light gets in" (Ernest Hemingway)
"The only way out is through" (Robert Frost)
Die Arbeit im Gefühlskompass interveniert auf drei Ebenen: sie fördert das Erleben primärer verkörperter Affekte (objektiv sichtbare Körperreaktionen, "bottom up"), sie co-reguliert sekundäre, biografisch erworbene Angstschemata ("top down"-Inhibition) und hilft, die daraus resultierenden Selbstschutzmechanismen (Abwehr, Vermeidung) momentweise zu überwinden, um sie bewusst erkennen und flexibel handhaben zu können, statt vom eigenen "Charakterpanzer" (Reich, 1949) unbewusst gefangen genommen zu sein.
"Psychotherapie 4.0"
Ein aktueller Paradigmenwechsel in der Psychotherapie verlagert den Fokus auf Prozessoptimierungen und bezieht dabei moderne digitale Anwendungen mit ein, die sowohl eine Affektverarbeitung von Moment zu Moment, als auch die Übertragungsbeziehung einbezieht.
Nach Gründungs-, Oppositions- und einer gegenwärtig noch dominierenden Integrationsphase ("3. Welle" in der VT) beschäftigt sich die 4. Phase einer Psychotherapieentwicklung nicht mehr mit der Begründung immer wieder neuer Ansätze, sondern damit, schulenübergreifend beforschte Methoden in allgemein gültigen Prozessalgorithmen zu vereinen.
Der programmatische Titel "Psychotherapie 4.0" meint dabei vor allem einen systematischen Einbezug einer videobasierten und damit transparenten Zusammenarbeit, vor allem auch gemeinsam mit den Patient:innen, den Einbezug der KI (in Therapie und Therapeutentrainings), sowie unterstützende digitale Anwendungen.
EDT & ISTDP
In den Formaten der Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy und Experiential Dynamic Therapies (bspw. Affektphobietherapie) werden evidenzbasierte Interventionen entlang individueller Pat.reaktionen von Moment zu Moment angeboten. Objektivierbares Verhalten wird dabei in einem vereinfachten Gefühls- und Beziehungskompass verstanden. Zahlreiche Forschungsgruppen belegen inzwischen die beeindruckenden Erfolge und hohe Effizienz mit umfassenden Prozess-, Wirksamkeits-, Kosten/Nutzen-, Metaanalysen und vielen (etwa 1000 videobasierten) Einzelfallanalysen.